IGBCE Ortsgruppe Datteln

Im E.ON-Würfel auf zu neuen Ufern

In Datteln gründet sich eine Jugendplattform der IG BCE VON UWE WALLKÖTTER

 


Treffen der neuen Gewerkschaftsgeneration: Berkant Ekeryilmaz (6.v.li.) begrüßt die jungen Leute bei der ersten offziellen Zusammenkunft der neuen IG BCE-Jugendplattform-FOTO: KALTHOFF

DATTELN. Der deutsche Steinkohlebergbau stirbt. In den IG BCE-Ortsgruppen der Stadt Datteln sinken die Mitgliederzahlen. Die, die noch da sind, sind meist Ältere, die den guten alten Bergbauzeiten hinterher trauern. Eine eher bedenkliche Perspektive, die in Datteln der 20-jährige Berkant Ekeryilmaz verbessern möchte.

Der junge Dattelner hatte die Idee für eine gewerkschaftliche Jugendplattform. Ein Forum für junge Leute und von jungen Leuten, das am Freitagabend offiziell startete. Und zwar an einem für diesen Abend symbolträchtigen und daher gut gewählten Ort: Im E.ON-Infowürfel im Schatten des neuen Kraftwerks, das für die Befürworter von Kohleverstromung für Veränderung, Aufbruch, Erneuerung und sichere Energie steht.

Berkant Ekeryilmaz ist Sprecher dieser Jugendgruppe. Und nicht allein. 15 jungeMenschen zwischen 16 und 25 Jahren haben sich bereits angeschlossen. „Das ist ein schöner Anfang", sagt der Sprecher am Abend im Gespräch mit der DATTELNER MORGENPOST . Aber es sollen noch mehr werden. Eine Verdoppelung strebt der 20-Jährige an und hat dabei natürlich die Unterstützung der Gewerkschaft. „Das ist genau das, was wir brauchen", sagt Oliver Langkau vom IG BCE Bezirk Recklinghausen. Das wundert nicht. Denn solch jugendliches Engagement ist alles andere als Standard im Gewerkschaftsalltag. Neben Datteln gibt es im Bezirk nur in Gladbeck eine ähnliche Initiative, mit der die IG BCE Nachwuchs für ihre eigenen Reihen rekrutieren möchte - und muss.

Natürlich geht es an diesem ersten Abend auch um Energie. Schließlich läuft im Gewerkschaftsbezirk Recklinghausen die Kampagne „Unsere Industrie braucht sichere Energie". Das Thema kommt bei den geladenen Gästen gut an. Bürgermeister Wolfgang Werner ist ein erklärter Kraftwerks-Fan. Andre Dora als Chef des SPD-Stadtverbandes gehört ebenfalls nicht zu denen, die den Abriss wollen. Genauso wenig wie Vertreter der IG BCE-Ortsgruppen. Berkant Ekeryilmaz weiß allerdings, dass er allein mit dem Hohelied auf den Deutschen Bergbau junge Menschen, die meist gar keine Bindung mehr zum Pütt haben, nicht hinter dem Ofen - oder dem PC hervor locken kann

Als Schüler in die Gewerkschaft

Deswegen möcht die neue Jugendplattform mehr sein, andere Themen ansprechen. „Wir möchten Jugendliche über ihre Rechte und Pflichten im Betrieb aufklären", formuliert der Sprecher eines dieser Ziele. Er will Ansprechpartner sein, wenn junge Menschen Probleme am Arbeitsplatz haben. Angesichts von Betriebsschließungen und Stellenabbau in der Industriestadt Datteln will Ekeryilmaz auch über fehlende Ausbildungsplätze reden. Und ermöchte grundsätzlich wieder bei Jugendlichen Interesse wecken für gewerkschaftlicheProzesse.

Willkommen ist jeder. Ein Job im Bergbau oder in der chemischen Industrie ist - wie vielleicht der Name Industriegewerkschaft Bergbau, Chenie, Energie vermuten lässt keinesfalls Pflicht. Berkant Ekeryilmaz ist das beste Beispiel für die neue Struktur. Er besucht noch die Oberstufe des Comenius-Gymnasiums. In den Reihen sind auch andere Berufsfelder vertreten. Tischler beispielsweise oder Heizungsmonteure.

Schüler zahlen 1,02 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat, Berufstätige ein Prozent des Bruttolohns. Für Berkant Ekeryilmaz eine Ausgabe, die sich lohnt. Und davon möchte er viele in Datteln überzeugen.

INFO Kontakt zu Berkant Ekeryilmaz: lt 71 789. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Eine eigene Internetseite der neuen Jugendplattform ist laut Ekeryilmaz in Vorbereitung.